Bereifungen

GRIP
GRIP
HURRA

Hier die Stärken und Schwächen der aktuellen Pellen.
Nur mit den richtigen Gummis gelingen rennmäßige Kunststücke ohne Bruchlandung.

Allgemein

Pirelli MTR 21/22
Pirelli MTR 21/22 Corsa

Bis auf die Profilform ist der MTR21/22 praktisch baugleich mit dem Metzeler ME Z3. Auf den meisten Motorrädern fahren sich beide auch identisch. Wie die Metzeler-Brüder haben auch die Pirellis vorn wie hinten eine Null Grad Stahlgürtel Karkasse und verlangen vorn nach viel Luftdruck (2,5 bar), hinten dagegen nach weniger (2,3 bar). Auch MTR21/22 sind in ihrer aktuellen Form recht handliche und ausgesprochen gutmütige Sportreifen, die nur für den Rennstreckeneinsatz nicht genug Haftung mitbringen.

 

Auch Pirelli MTR21/22 Corsa und Metzeler ME Z3 Racing sind der gleiche Reien, sieht man vom Profil ab. Es ist kaum ein Unterschied auszumachen. Damit sind auch die Corsas schon eine recht passable Wahl für den gelegentlichen Einsatz auf der Rennstrecke. Im Vergleich zu reinrassigen Rennreifen fehlt aber doch ein gutes Stück Haftung und Rückmeldung. Wie alle Straßen-Sportreifen rutscht der Corsa relativ früh, dafür aber auch sanft und sehr gut kontrollierbar weg. Der Luftdruck kann bis auf 2,3 bar vorn und 2,1 bar hinten abgesenkt werden.


 
Bridgestone BT010
Bridgestone BT56
Bridgestone BT56 SS

Für eine neue Generation von Sportreifen steht der BT010. Weniger handlich als der BT56, wurde hier das Augenmerk auf Stabilität gelegt. Bodenwellen und Absätze in Kurven schluckt der BT010 ohne jede Aufstellneigung. Zum homogenen Fahreindruck passen die tollen Gripreserven. Selbst im Nassen und bei Kälte ist er gut zu genießen. Einzig auf der Rennstrecke lässt die Haftung recht schell nach, Hobby-Rennfahrer greifen besser zum BT56-SS.

 

Der BT56 wirkt oft recht hart und kippelig, dazu reichen seine Gripreserven kaum noch aus. Besonders beim Beschleunigen aus Schräglage hat er Probleme, außerdem läßt die Haftung deutlich nach wenn der Gummi heiß wird. Für den reinen Straßeneinsatz ist der BT56 aber dank guter Rückmeldung und prima Haftung bei Regen und Kälte immer noch eine Gute Wahl. Er braucht mindestens 2,3 bar vorn und 2,4 bar Luftdruck hinten.

  Der rennsportliche Bruder des BT56 bietet deutlich mehr Haftung. Er neigt aber beim Herausbeschleunigen aus Kurven zu Einknicken und passt daher nur auf leichtere Motorräder. Ansonsten ist die Performance des SS perfekt für Freizeit-Rennstreckenfahrer, denn sein Grenzbereich ist sehr breit und der Gummi reibt sich gleichmäßig runter. Erst am Ender verliert der SS stark an Stabilität und provoziert Fahrwerksunruhen. Obwohl für Renntrainings optimiert ist der SS auch auf der Straße eine erstklassige Wahl. Er wirkt weniger hart und ungehobelt als der normale und hat speziell im Nassen und bei Kälte Grip wie kaum ein zweiter Reifen. Luftdruck auch hiernicht unter 2,3 bar vorn und 2,4 bar hinten.

 
Dunlop D207
Dunlop D207 GP
Dunlop D207 Race Replica

Homogenes Handling und ordentliche Haftungsreserven machen den D207 zu einer guten Wahl. Andere Sportreifen geben höchstens etwas bessere Rückmeldung von der Straße, häufig erkauft durch andere Nachteile. Rennambitionen hegt Dunlop mit dem D207 keine, für einige flotte Runden reicht aber auch hier der Grip. Der für Straßenreifen typische breite Grenzbereich gibt dabei viel Sicherheit. Der Luftdruck sollte so 2,3 bar vorn und 2,4 bar hinten betragen.

 

Für den GP Rennreifen bieten nur Zubehör-Anbieter Freigaben. Meist provoziert der GP starke Fahrwerksunruhen. Auf der Piste, wo nur kurz hohes Tempo erreicht wird, nimmt man das in Kauf, wenn aggressives Handling, unglaublicher Grip und ein leicht beherschbarer Grenzbereich winken. Auf der Straße hat ein solcher Reifen schon wegen seiner mangelnden Hochgeschwindigkeitsstabilität nichts verloren. Der GP wird mit wenig Luftdruck gefahren. Vorn 2,1 bar und hinten 1,9 bar sind eine gute Wahl.

  Für Grenzgänger auf Serien-Motorrädern wurde der RR entwickelt, der auf dem GP basiert. In Puncto Hochgeschwindigkeits-stabilität ist der RR nicht ganz mit einem narrensicheren Straßengummi zu vergleichen, dafür bleiben viele tolle Eigenschaften der GP-Version erhalten, vor allem das Haftung wie sie kein anderer "normaler" Reifen bietet. Der RR ist mit der gelungenste Kompromiss für den gemischten Einsatz auf Straße und Rennstrecke. Am sportlichsten fährt er mit recht wenig Luftdruck: 2,1 bar vorn und 2,3 bar hinten.

 
Metzeler ME Z3
Metzeler ME Z3 Racing
Metzeler ME Z3 Rennsport

Etwas holperig verlief der Generationswechsel bei Metzeler. So büßte der ME Z3 gegenüber dem alten ME Z1 viel sportliches Talent ein. Inzwischen wurde er aber weiter entwickelt und ist jetzt eine rundum gute Wahl. Das homogene, im Vergleich zum Vorgänger spielerische Handling machen den ME Z3 zu einem problemlosen Partner. Bei widrigen Bedingungen, also Regen und Kälte, sind die Z3 aber immer noch nicht wirklich top. Auf der Rennstrecke hat der Standard-Z3 mangels Grip nichts zu suchen. Die Stahlgürtel Karkassen bedingen etwas ungewöhnlichen Luftdruck-Empfehlungen: 2,5 bar vorn und 2,3 bar hinten.

 

Racing steht zwar drauf, aber in Wirklichkeit ist er gar kein Rennreifen. Die Racer heißen bei den Münchnern nämlich ME Z Rennsport und erhalten keine Straßenzulassung. Die Racing-Variante unterscheidet sich vom normalen Z3 nur durch eine griffigere Gummischicht. Damit gibt es genug Haftung um sich auch einmal auf der Rennstrecke zu versuchen. Wer dort öfters zu Gast ist, sollte trotzdem auf die käuflichen und in drei Mischungen erhältlichen "echten" Rennreifen setzen. Der Luftdruck darf bis auf 2,3 bar vorn und 2,1 bar hinten abgesenkt werden.

  Ähnlich wie beim Dunlop mit dem D207 Race Replika hat Metzeler auch einen straßentauglichen Ableger der "echten" Rennreifen im Programm. Auf den ersten Blick zu erkennen ist die Verwandtschaft am äußerst spartanisch gezeichneten Profilbild. Unter dem Gummi wurde der Z3 Rennsport aber verstärkt, und auch seine Gummimischung wurde einem zumindest möglichen Einsatz auf der Straße angepasst. Tatsächlich wird er vor allem für Renntrainigs interessant sein, und dort für Fahrer, die am Wochenende nicht extra auf Rennreifen wechseln wollen. Er macht mit wenig Kaltgrip und starker Aufstellneigung die Verwandschaft zum Rennreifen mehr als deutlich.

 
Michelin Pilot Sport
Michelin Pilot Sport Cup/HPX
Michelin Pilot Race

Der Pilot Sport enthält nur noch Ruß, damit er schwarz ist. Sonst ist der schwarze Staub auch mit für die Eigenschaften des Gummis verantwortlich. Stattdessen gibt`s Silika (das verwenden auch die anderen mit), das Zeug trägt zur guten Naßhaftung bei. Tatsächlich läßt sich mit wenigen Reifen ähnlich durch den Regen pflügen wie mit dem Pilot Sport. Aber auch im trockenen reicht er nah an echtes Rennmaterial. Abgefahren sorgt die stark walkende Karkasse für ein Ende des Spaßes. In jedem Fall ist viel Luftdruck nötig: nicht unter 2,5 bar vorn und 2,3 bar hinten. Nicht ganz identisch verhalten sich Vorder- und Hinterreifen. Besonders vorn gibt der Pilot Sport nur wenig Rückmeldung, läuft dafür aber sehrstabil geradeaus. Wer damit leben kann hat einen Reifen für alle Fälle.

 

Zwei spezielle Versionen des Pilot Sport ergänzen in diesem Jahr das Michelin-Angebot. Ihn wird man wohl auf der Straße und der Rennstrecke sehen, denn er wurde ganz auf den Einsatz im Regen getrimmt. Das verwundert etwas, ist unter diesen Bedingungen doch schon der "normale" Pilot Sport fast unschlagbar.

  Als einziger Hersteller vergibt Michelin auch Straßen-Freigaben für seine aktuellen Rennreifen. Vor allem der problemlose Geradeauslauf des Pilot Race macht das möglich. Ansonsten verhält dich der Reifen aber alles andere als problemlos. Besonders tückisch: Solange er nicht ausreichend Temperatur aufgebaut hat, gibt es praktisch keinerlei Haftung. Wer sich auf das Temperaturgefälle einstellen kann, wird mit extremer Sportlichkeit belohnt. Messerscharfes Handling, eins sensationelles Feedback und Haftung bis zum Abwinken garantieren für erlebnisreiche Zeiten auf und abseits der Rennstrecke. Mit seinem schmalen Grenzbereich ist der Pilot Race nichts für Leute, die gern permanent quer um`s Eck kommen. Rennmäßig geringer Luftdruck (2,1 bar vorn und 1,9 bar hinten) mag der Michelin am liebsten.

600er Fazer



Vergleichstest BT010 -> SPORTEC M-1
Bridgestone BT010
 
Metzeler SPORTEC M-1
Größe v./h.: 120er/180er
 
Größe: v./h.: 120er/180er

Der BT010 hat mich ja bereits durch reichlich Grip in jeder Lage überzeugt, auch wenn Er doch eine deutliche Aufstellneigung beim Bremsen in mittlerer Schräglage zeigt. Ordentlich warmgefahrn kann man es mit Ihm richtig brennen lassen. Er zeigt aber beim harten Beschleunigen in Schräglage schon mal dem Heck die eingeschlagene Fahrtrichtung durch "leicht" kontrollierbares driften. Mit "hart" eingestelltem Fahrwerk muß man in schnellen Kurven mit semioptimalem Strassenbelag schon mal korrigieren, was aber leicht von der Hand geht.
Der Sportec M-1 zeigt dagegen nach einer sehr kurzen Anwärmphase was in Ihm steckt. Er hat ein mustergültig präzises Einlenkverhalten bei verschwindend geringer Neigung zum Aufstellen beim Bremsen in mittlerer Schräglage. Bei hervorragender Eigendämpfung (die hier nicht zu Lasten des Einlenkverhaltens geht) hebelt es den Pilot auch nicht gleich vom Bock wenn man auf Strecken mit "miesem" Belag unterwegs ist. Auffallend ist bei Ihm die spitzere Kontur die genügend Reserven und ein prima Handling erzeugt. Einmal die Linie eingeschlagen verlässt Er Sie nicht und lässt sich auch durch Bremsen und Gasgeben in Schräglage nicht aus der Ruhe bringen.

Bei nassem Fahrbahnbelag haben beide Reifen für meinen Fahrstiel (bei Nässe) ausreichend Reserven. :-)
 
Fazit: Ich dachte immer der BT010 ist prima, aber der SPORTEC M-1 kann ALLES besser.

© by Dieter 05/2002


Bridgestone BT 57
Dunlop D 207
effektive Breite: v./h.: 108/156mm
effektive Breite: v./h.: 108/171mm

Die Fazer wird meist mit dem Bridgestone aus- geliefert. Dies ist kein schlechter Kompromiss, denn der Radialreifen glänzt mit einem neutralen und leichten Handling und stellt sich beim Bremsen in Schräglage nur wenig auf. Die Haftung im ist eher guter Durchschnitt, bei Nässe ist der BT 57 allerdings mit Vorsicht zu geniessen. Die Fahrstabilität ist befriedigend, und der Shimmy ist mit dieser Reifen-kombination nicht so stark ausgeprägt.

Urteil: Ein guter Allrounder mit Bestnoten im Handling.

 

Der Dunlop gehört neben dem Bridgestone zur Erstausrüstung. Der Radialreifen besitzt enorme Haftreserven sowohl im Trockenen als auch bei Nässe. Durch die breite Aufstandsfläche vermittelt der D 207 ein sehr sattes Gefühl während der Kurvenfahrt. Dazu gesellt sich ein leichtes Handling und eine hohe Grundstabilität. Nachteil: Die weiche Gummimischung verschleißt sehr schnell; Neigung zum Shimmy.

Urteil: Genau der richtige Reifen für sportliche Fazer-Piloten.


Michelin Macadam
Michelin TX 15/25
effektive Breite: v./h.: 104/173mm
effektive Breite: v./h.: 105/166mm

Der Michelin kombiniert hohe Laufleistung mit einem ausgewogenen Fahrverhalten. Er gehört nicht zu den reinrassigen Sportreifen, hat von daher nicht die Haftqualitäten der Konkurrenz und ist bei Nässe nicht erste Wahl. Der komfortable Reifen zeigt auf der sensiblen Fazer die geringste Neigung zum Flattern (Shimmy). Der Hinterradreifen baut erstaunlich breit, was sich negativ auf das ansonsten recht gute Handling auswirkt.

Urteil: Fahrstabiles Paar für maximale Laufleistung.

 

Der TX ist der Sportreifen aus dem Hause Michelin. Das Reifenpaar macht auf der quirligen Yamaha sehr viel Spaß und gehört zweifellos zu den handlichsten Profilen.
Leider ist die Kurvenfahrt nicht so präzise: Die Seitenwand wirkt instabil, was sich besonders bei flotter Fahrt negativ bemerkbar macht.
Im Gegenzug erhält man ordentlich Grip und viel Komfort dank hoher Eigendämpfung.

Urteil: Sehr handliche Paarung mit Schwächen bei sportlicher Gangart.


Pirelli MTR 01/02
Fischer-Custom-Wheels
effektive Breite: v./h.: 106/163mm
Tel.: 02236/1262

Der Dragon gehört nicht zu den handlichsten. Er besticht aber durch ein enorm präzises Einlenkverhalten und vermittelt ein sehr sicheres Gefühl in Schräglage. Dazu kommen gute Haftungsnoten im Trockenen, mit Abstrichen bei der Naßhaftung. Die Stabilität des Dragon ist nicht berauschend, und ein leichter Shimmy ist auch bei diesem Reifenpaar festzustellen. Eine Freigabe liegt bis dato noch nicht vor.

Urteil: Sportlicher und sehr präziser Reifen mit tollem Trocken-Grip.

 

Die Alu-Verbundräder mit farbigen Radnaben und polierten Felgen stammen von Fischer-Custom-Wheels. Das Modell mit Doppelspeiche kostet montagefertig inkl. Teilegutachten zirka 3500.- DM. Weitere Ficher-Variationen sind ab 2500.- DM zu haben.


Die Frage nach dem richtigen Reifen beantwortet die Fazer recht eindeutig. Der Dunlop D 207 gehört zur ersten Wahl, was Haftung und Stabilität angeht. In Sachen Laufleistung überzeugte der Michelin Macadam 90X. Mit allen getesteten Reifenpaarungen war allerdings eine mehr oder minder ausgeprägte Unruhe bei Geschwindigkeiten zwischen 50 und 80km/h festzustellen. Dieser Shimmy ist nicht bösartig, wird aber mit zunehmender Beladung am Heck noch verstärkt. Das Problem schein bekannt zu sein, da einige Reifenhersteller (u.a. Pirelli) sich mit einer Freigabe noch zurückhalten. Dies wohl auch deshalb, weil die Fazer mit Gepäcksystem ein eher kritisches Fahrverhalten an den Tag legt. Sobald Seitenkoffer montiert sind, ist es mit der vormals so sturen Geradeauslaufstabilität bei höheren Geschwindigkeiten vorbei, und das Motorrad fängt an zu pendeln. Derzeit ist man bei Yamaha auf der Suche nach einer vernünftigen Gepäck-Lösung. Bis dahin sollte man mit einem Tankrucksack und einer simplen Gepäckbrücke vorlieb nehmen.
Eine Besondere Note erhält die Fazer durch den Austausch der Räder. Diese nicht gerade preiswerte Art der optischen Aufwertung bietet unter anderem die Firma Fischer aus Wesseling an. Hier gibt es Räder in den verschiedensten Ausführungen von 2500.- bis weit über 4000.- DM der Satz. Wir entscheiden uns für eine 3,25 Zoll breite Vorderradfelge (original 3,00 Zahl) und montierten den Dunlop D 207. Der Reifen erhält eine deutlich flachere Kontur und baut nunmehr stolze 112 Millimeter (original 108mm) breit. Im Fahrversuch macht sich dies durch ein etwas schwerfälliges Handling und Komforteinbußen bemerkbar. Auf der anderen Seite erhält man jedoch ein Plus an Aufstandsfläche in Schräglage, was insbesondere sportlich orientierten Fahrern liegen würde. Versuche mit einem 120/70 ZR 17 Vorderradreifen schlugen allerdings fehl, da das Motorrad deutlich an Handlichkeit und Lenkpräzision einbüßte.

Begriffe zu Motorradreifen

Einfahrtzeit
Neue Reifen benötigen eine "Einfahrzeit". Erst wenn die glatte Oberfläche der Neureifen im Fahrbetrieb aufgeraut wurde, besitzt der Reifen seine volle Haftfähigkeit. Die Einfahrzeit beträgt ca. 200 km Fahrstrecke, die mit gemäßigter Fahrweise zurückgelegt werden muss.

Felgengröße
Welcher Reifen zu welcher Felge passt, steht im Teil "Technische Daten". Zu schmale, aber auch zu breite Felgen verändern die Reifenaufstandsfläche und können die Fahreigenschaften des Motorrades unter Umständen negativ beeinflussen.

Geschwindigkeitssymbol
Oder Speed-Index (SI) gibt an, bis zu welcher Höchstgeschwindigkeit der Reifen zugelassen ist.

Kickback
Auch Lenkerschlagen genannt, tritt bei höheren Geschwindigkeiten auf. Ursache für Kickback sind Stöße, die durch Querrillen und Bodenwellen auf das Fahrwerk übertragen werden. Motorradreifen, die über ein gutes Absorptionsvermögen verfügen, reduzieren Lenkerschlagen.

Luftdruck
Den Reifenluftdruck sollte man regelmäßig mindestens jedoch einmal pro Woche, am kalten Reifen überprüfen. Den passenden Wert findet man in der Bedienungsanleitung des Motorrades. Diese Herstellerangaben sind aber Minimalwerte. Mit viel Gepäck oder im Soziusbetrieb braucht der Hinterreifen 0,2 bar mehr, vor schnellen Autobahnfahrten pumpt man ebenfalls 0,2 bar zusätzlich ins Vorderrad. Zu niedriger Luftdruck schränkt das Leistungsvermögen des Reifen drastisch ein, reduziert die Laufleistung und kann außerdem die Ursache für ernsthafte Reifenschäden sein. Bei sehr hoher Geschwindigkeit kann durch vermehrte Walkarbeit eine Überhitzung der Lauffläche eintreten. Dabei können sich Teile aus der Lauffläche lösen.
ACHTUNG: Wird der vorgeschriebene Luftdruck für Einsätze abseits öffentlicher Strassen (z.B. Rennstrecke, Gelände) verändert, muss er anschließend, wenn das Motorrad wieder im Straßenverkehr bewegt wird, unbedingt auf den Sollwert korrigiert werden.

Montage
Die Reifenmontage sollte immer von einem Reifenfachmann durchgeführt werden.

NHS
Abkürzung für "Not for Highway Service". Solchermaßen gekennzeichnete Reifen sind reine Wettbewerbsreifen und dürfen bei einem Produktionsdatum ab dem 1.1.1993 in Deutschland nur mehr auf öffentlichen Straßen gefahren werden, wenn sie zusätzlich Load- und Speed-Index aufweisen.

Profiltiefe

Gemäß §36 Abs.2 StVZO müssen Luftreifen an Kraftfahrzeugen im ganzen Umfang und auf der ganzen Breite der Lauffläche mit Profilrillen oder Einschnitten versehen sein. Die Hauptrillen müssen eine Profiltiefe von min. 1,6 mm aufweisen. Jedoch genügt bei Fahrrädern mit Hilfsmotor, Kleinkrafträdern und Leichtkrafträdern eine Profiltiefe von 1 mm.

Reifengrößenbezeichnung

Alte Reifengrößenbezeichnungen z.B. 3.25 H 19 sind noch zulässig für Reifen, die vor dem 1.1.1993 gefertigt wurden. Bei den ab Produktionsdatum 1.1.1993 geltenden neuen Bezeichnungen müssen auch Load- und Speed-Index aufgeführt werden. Beispiel: Alte Bezeichnung: 4.00 H 18 Neue Bezeichnung: 4.00-18 64H

Tragfähigkeitskennzahlen

Die Tragfähigkeit LI(Load Index) ist eine Codezahl, die die Höchstgeschwindigkeit des Reifen bei derjenigen Geschwindigkeit angibt, die durch das Geschwindigkeits-Symbol bezeichnet wird. Bei V und W Tragfähigkeitsabschläge beachten. Die "PR" Zahl ist das Kennwort für die Reifenbeanspruchung, Gemäß deutscher und europäischer Norm gibt es bei Zweiradreifen keine PR-Kennzeichnung. Nur die japanische Norm gibt noch die PR-Kennzeichnung an. Sie ist mit der europäischen Norm wie folgt zu vergleichen:
4 PR = Normalausführung
6 PR = Reinforced - Ausführung.
Die zugeordneten Abmessungen und Tragfähigkeiten sind bei beiden Normen gleich. Die PR - Zahl ist auf keinen Fall mit den Angabe der effektiven Lagenzahl "Ply,Plies" gleichzusetzen. Die beiden Kennzeichnungen haben eine völlig unterschiedliche Bedeutung.

Reifen in verstärkter Ausführung
Bei Kraftrad-, Kleinkraftrad- und Mopedreifen, die keine PR - Kennzeichnung tragen, erhält eine Reifenbauart mit höherer Tragfähigkeit zur Unterscheidung den Zusatz "Reinforced" bzw. reinf.
Z.B. 3.00 - 16 48 P reinforced,
170/80 B 15 M/C H TL reinf.

Geschwindigkeitssymbol

Die Kennzeichnung der Geschwindigkeitskategorie erfolgt durch ein Geschwindigkeitssymbol. Dies ist in der Regel ein Code-Buchstabe. Für Reifen über 210 km/h (V,VB,ZR) gelten bei Metzeler die in den technischen Tabellen aufgeführten Höchstgeschwindigkeiten.

Zusätzliche Kennzeichnungen

Die Beschriftungen auf den Seitenwänden müssen aufgrund gesetzlicher Forderungen verschiedener Länder angebracht werden. Reifenkenndaten in englischen Sprache z.B. Load (Tragefähigkeit) in lbs, inflation pressure (Luftdruck) in PSI gelten nur für Länder, in denen Gesetzesvorschriften nach dem DOT - Standart gültig sind.

Erklärung:

ME 55a = Profilbezeichnung
Metronic = Bezeichnung der Profile
Compk = Bezeichnung einer Spezialmischung
Tubeless = Schlauchlos - Bereifung
Tubetype = Schlauchtyp - Bereifung (mit Schlauch)
N.H.S = Abkürzung für "not for highway Service". Bei Reifen für sportliche Einsätze abseits vom öffentlichen Strassen.
TWI = Abbrevilation of " treadwear Indicator" = Profilabnutzungsanzeige ACHTUNG: Stimmt nicht mit der gesetzlichen Mindestprofiltiefe 1,16 mm überein.
M/C = Abkürzung für Motorcycle. 13,14, und 15 er Motorradreifen mit dieser Kennzeichnung dürfen nur auf Motorradfelgen montiert werden. 15-Zoll PKW-Felgen haben abweichende Durchmesser.
DOT = Abkürzung für "Department of Transportation" = US-Verkehrsministerium. = Nachweis, dass die Reifen den US-Bestimmungen entspricht. Nach der DOT-Bezeichnung folgt die Identifizierungs-Nummer
als Buchstabe - Zahlenkombination. Die letzten drei Zahlen geben den Herstellungszeitraum an. Z.B. 358 = 35. Produktionswoche 1998.

Ventil

Da Gummiventile einer Alterung unterliegen, lautet aus Sicherheitsgründen die Regel: "Neuer Reifen, neues Ventil !"

Ventileinsatz

Es wir empfohlen nur kurze Ventileinsätze zu verwenden. Bei hoher Geschwindigkeit wirken auf den Ventileinsatz so hohe Fliehkräfte, dass Federvorspannung und Innendruck des Reifen nicht mehr ausreichen können, das Ventil 100% geschlossen zu halten. Aufgrund der geringen Masse kurzer Ventileinsätze - bleibt dieses Ventil bis in höhere Geschwindigkeiten geschlossen.

Ventilkappe

Die Zentrifugalkraft, die beispielsweise bei einem Kettekarussell die Sitze nach außen Schleudert, wirkt beim Fahren auch auf den Ventileinsatz ein. Bei genügend hoher Geschwindigkeit passiert das gleiche, wie wenn man den Fingernagel gegen den Ventileinsatz drückt: Die Luft entweicht. Die Ventilkappe bleibt dann die einzige Möglichkeit, einen Luftdruckverlust wirksam zu verhindern. Dieses Phänomen kommt meist nur in sehr hohen Geschwindigkeiten vor. Aber ein schlecht gefertigter Ventileinsatz kann auch schon bei weniger als 200 km/h öffnen. Deshalb muss die Ventilkappe immer fest aufgeschraubt bleiben. Empfehlenswert ist die Verwendung luftdichter Ventilkappen aus Metall mit einer Gummidichtung.

ZR - Reifen
ZR - Reifen dürfen nur in Ausnahmefällen und nach Rücksprache mit dem Reifenhersteller mit Schlauch montiert werden. Die hierfür zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt max. 230 km/h.

Begriffe und Bezeichnungssysteme

Geschwindigkeits-Kategorien (km/h) Geschwindigkeits-Symbole (Code-Buchstaben)

Code-Buchstaben Km/h
B 50
C 60
D 65
E 70
F 80
G 90
J 100
K 110
L 120
M 130
N 140
P 150
Q 160
R 170
S 180
T 190
U 200
H 210
V/VB bis 240
(V) (VB) über 240
W bis 270
(W) über 270
ZR über 240

Reifentragfähigkeit ( kg)
Tragfähigkeits-Kennzahlen (L1)

LI kg
20 80
21 82,5
22 85
23 87,5
24 90
25 92,5
26 95
27 97
28 100
29 103
30 106
31 109
32 112
33 115
34 118
35 121
36 125
37 128
38 132
39 136
40 140
41 145
42 150
43 155
44 160
45 165
46 170
47 175
48 180
49 185
50 190
51 195
52 200
53 206
54 212
55 218
56 224
57 230
58 236
59 243
60 250
61 257
62 265
63 272
64 280
65 290
66 300
67 307
68 315
69 325
70 335
71 345
72 355
73 365
74 375
75 387
76 400
77 412
78 425
79 437
80 450
81 462
82 475
83 487
84 500
85 515
86 530
87 545


Aufbau und Konstruktion

Seit es Motorräder gibt, und das sind mittlerweile mehr als 100 Jahre, hat sich deren Erscheinungsbild immer wieder gewaltig geändert. Moderne Superbikes der 90er Jahre haben mit den fahrradähnlichen Gebilden aus der Anfangszeit der Entwicklungsgeschichte kaum mehr etwas gemeinsam. Ein Bauteil - nämlich der Motorradreifen - blieb zumindest für viele Außenstehende nahezu unverändert. Er war und ist schwarz und rund. Doch dieser Anschein trügt. Die neuzeitlichen Radialreifen sind wahre High-Tech Produkte, die mit jenen Gebilden aus Gummiplatte und Leinenstreifen vergangener Tage nur mehr ihr schwarzes Aussehen und den Namen Motorradreifen gemeinsam haben. Wie heute Motorradreifen aufgebaut sind, und welche Konstruktionsprinzipien angewendet werden, soll im folgenden erläutert werden. Ob Straße, Enduro, Moto Cross oder Roller, im Prinzip setzt sich jeder Reifen aus folgenden Bauteilen zusammen.

Lauffläche

Die Lauffläche ist der äußere Teil des Reifens, der den Kontakt zur Fahrbahn herstellt. Profil und Gummimischung werden nach dem jeweiligen Einsatzzweck des Reifens ausgelegt, wobei gerade die Festlegung der bestmöglichen Gummimischung nach Erfahrung und technischem Know-how verlangt.

Seitenwand

Die Seitenwand ist die "Visitenkarte" des Reifens. Zahlen- und Buchstabenkombinationen informieren nicht nur, wie der Reifen heißt, sondern auch, wie schnell man mit ihm fahren und wie hoch man ihn belasten darf. Bei der Übertragung von Umfangs- und Seitenkräften, Federung und Dämpfung erfüllt sie eine wichtige Funktion.

Karkasse

Die Karkasse ist der Festigkeitsträger des Gesamtsystems und verleiht dem Reifen seine Form. Als Material kommen eine oder mehrere Lagen Nylon, Rayon oder Kevlar zum Einsatz.

Wulst

Die Verbindung zur Felge wird über den Wulst hergestellt. Im Gummi eingebettete Stahldrähte (Wulstkern) machen ihn standfest. Die Karkassenden sind um den Wulstkern gelegt (Wulstumschlag). So erhält der Reifen die gewünschte Steifigkeit im Wulstbereich. Die optimale Verbindung zwischen Felge und Reifen muss zu jeder Zeit gewährleistet sein, denn über den Wulst werden die Antriebs- und Bremskräfte auf Felge bzw. Fahrwerk übertragen. Außerdem übernimmt der Wulst bei Schlauchlosreifen die Abdichtfunktion gegen Luftdruckverlust.

Diagonal-, Diagonal-Gürtel- und Radialreifen

Es werden verschiedene Technik-Konzepte eingesetzt, um damit für alle Motorradtypen je nach Einsatzzweck den optimalen Reifentyp parat zu haben. Reifenbauart bedeutet, dass Reifen entsprechend Ihrem Karkassaufbau in folgende Kategorien eingeteilt werden.

Diagonalreifen

Am längsten auf dem Markt und am weitesten verbreitet ist der Diagonalreifen. Seine Karkasse besteht aus einer oder mehreren Lagen Nylon- oder Rayon-Gewebe. Der Fadenwinkel der einzelnen Karkassenlagen beträgt zwischen 25° und 35°. Diagonalreifen sind die richtige Wahl für Motorräder, die schon länger auf dem Markt sind, da deren Fahrwerke auf diese Reifen abgestimmt wurden.

Diagonal-Gürtelreifen

Auch als Bias-Belted-Reifen bezeichnet, sind vom Konstruktionsprinzip her Diagonalreifen, die aber zusätzlich mit Gürtellagen verstärkt wurden. In der Typenbezeichnung steht bei diesen Reifen hinter der Geschwindigkeitskennziffer ein "B" für Bias-Belted, z.B. Match 08: 160/70 VB 17 TL. Für sportliche Motorräder, deren Fahrwerk noch nicht für Radialreifen konstruiert wurde, sind Diagonal-Gürtelreifen eine geeignete Maßnahme zur Verbesserung der Fahreigenschaften.

Radialreifen

Radialreifen tragen entscheidend dazu bei, dass die Motorleistung moderner und äußerst leistungsstarker Motorräder sicher auf die Strasse übertragen wird und die Fahreigenschaften bis hin in Grenzbereiche kalkulierbar bleiben.
Radialreifen zeichnen sich besonders bei hohen Geschwindigkeiten aus. Denn mit zunehmender Geschwindigkeit "wächst der Reifen", das heißt, der Umfang wird durch die Zentrifugalkraft größer. Damit verkleinert sich die Aufstandsfläche, was weniger Haftung und mehr Verschleiß bedeutet. Diese Nachteile des Diagonalreifens im Hochgeschwindigkeitsbereich sind bei Radialreifen kaum vorhanden. Sie bleiben auch bei hohem Tempo formstabil, Haftung und Seitenführung bleiben bis in höchste Geschwindigkeitsregionen erhalten. Bessere Haftung, niedrigere Betriebstemperatur und längere Lebensdauer sind weitere Pluspunkte.
Die Karkassfäden verlaufen beim Radialreifen quer zur Fahrtrichtung (90 Grad), also radial. Über der Karkasse liegt ein zusätzlicher Gürtel, der bei "konventionellen" Radialreifen aus zwei Lagen Levlar-/Aramidfaser besteht.

Radialreifen mit Nullgrad-Stahlgürtel

Einen weiteren Schritt in Richtung Zukunft ist die der Entwicklung der DRAGO Baureihe. Das Merkmal dieser für den Motorradbereich neuartigen Radialreifengeneration ist ein- oder mehrlagige Radialkarkasse in Verbindung mit einem Nullgrad-Gürtel aus hochfestem Stahl. Hierdurch konnten die positiver Eigenschaften gegenüber "konventionellen" Radialreifen nochmals optimiert werden. Als konsequente Weiterentwicklung wird das Nullgrad-Stahlgürtelkonzept jetzt auch für Enduros, Funbikes und als Slick eingesetzt.

Aktuelle Preise gibt`s bei MTD-Reifen (auch Versand)

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Last Update: 17.04.2004 19:36